Die Georgskirche

Georgskirche

Schon im 11. Jahrhundert gab es in Kleiningersheim eine Kapelle, die an das Schloss angegliedert war.

Als das 200 Einwohner zählende Dorf ab 1591 dann einen eigenen Pfarrer hatte, wurde 10 Jahre später ein Kirchenneubau in Angriff genommen.

Die alte Kapelle wurde abgerissen, und in die Dorfmitte – immer noch in unmittelbarer Nähe des Schlosses – wurde die neue Kirche im Stil der Frührenaissance gebaut.

Die Jahreszahl 1601 findet sich hoch oben auf dem Schlussstein des Chorbogens eingemeißelt, und auch in die Eichenpfeiler, auf denen die Empore ruht, ist sie jeweils hineingeschnitzt.

An die alte Kapelle erinnern noch zwei Dinge:

Zum einen die beiden kleinen Fenster auf der Nordseite, denn im rechten Fenster neben der vorderen Eingangstür ist die Zahl 1587 eingemeißelt.

Zum anderen der Name: die alte Kapelle war dem  heiligen Georg geweiht gewesen. Der Legende nach rettete der junge Ritter Georg die Königstochter und ihre Stadt vor einem schrecklichen, Menschenfleisch fressenden Drachen, den er mit seiner Lanze tötete. Damit besiegte er die Angst vor dem Bösen, in deren Bann die Menschen ihre Kinder dem Untier geopfert hatten.

Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde die Georgskirche um einige kleinere Schätze bereichert, die auch heute noch erhalten sind: die Familie Hörner besaß das Kleiningers-heimer Schloss von 1707 bis 1726 und war der Kirche wohl sehr verbunden. Der Taufstein wurde zum Pfingstfest 1722 von Landschaftskonsulent Hörner gestiftet, wie es in dem Taufstein eingemeißelt steht. Auch das an der Nordseite des Kirchenschiffes angebrachte Epitaph beschreibt den Lebenslauf der Familie Hörner. Die Erinnerungstafel hing ursprünglich im Chorraum der Kirche, wo das Ehepaar Hörner vermutlich auch bestattet ist.

Von den Wandmalereien aus dem 17. Jahrhundert sind nur noch die an den Seitenwänden des Chores und um das Fenster erhalten. Sie kamen bei der Innenrenovierung im Jahr 1967 zum Vorschein.

Auf der linken Seite sind die vier Evangelisten, auf der rechten Seite ist die Taufe Jesu dargestellt.

 

Besonders auffallend im Chorraum ist das Fenster.

Es wurde erst im Jahr 1967 eingefügt, gestiftet von Kindern der nach Amerika ausgewanderten Kleiningersheimer Familie Ehmer. Das „Einkehrfenster“, gestaltet von Hartmut Neumann aus Bietigheim nach der Idee von Pfarrer Gerard August, entfaltet das Thema „Gott kommt zu den Menschen - Gottes Einkehr bei den Menschen“ in vier biblischen Geschichten:

Der Besuch Gottes in Gestalt der drei Männer bei Abraham und Sara (1. Mose 18). Darüber die Stärkung des flüchtigen und zu Tode erschöpften Propheten Elia in der Wüste durch einen Engel, der ihm Brot und einen Krug mit Wasser bringt (1. Könige 19, 5ff.). Weiter oben die Verkündigung der Geburt des Heilandes an die Hirten (Lukas 2, 9ff.) und ganz oben Jesus mit Zachäus (Lukas 19). Im Bogen sind Brot und Kelch, Symbol des Sakraments, und erinnern uns an Gottes Liebe, an seine Einkehr bei den Menschen.

 

Nähere Informationen zur Kirche stehen  in der Festschrift von 2001 zum 400jährigen Jubiläum der Georgskirche, erhältlich sonntags vor oder nach dem Gottesdienst um 10.00 Uhr oder im Pfarramt.